Cine Coblenz
Cine Coblenz

1.Drehtag

Wir standen vor dem ersten Drehtag und haben ihn angesichts der Bedrohung durch das Virus abgesagt, zumal einige unserer Teammitglieder Risikopatienten sind. Mit großer Ehrfurcht, Bewunderung und Dankbarkeit blicken wir auf den unermüdlichen Einsatz der Ärzte, des gesamten, medizinischen Personals, der Pfleger in Krankenhäusern und Altenheimen, den Rettungsdiensten, der Angestellten des Einzelhandels, die trotz eigener Gefährdung weiterarbeiten und stets freundlich sind, wir denken an die Feuerwehren, die Polizei, an die Banken und Sparkassen, an die Verantwortlichen der Stadt Koblenz, die uns rund um die Uhr mit Informationen versorgen, Bürgertelefone eingerichtet haben und insgesamt die Pandemie in Koblenz „managen“ und schließlich an alle, die trotz Corona für uns da sind.

 

Auf der anderen Seite sehe ich die Hirnlosen, nicht nur, aber vorwiegend Jugendliche und Heranwachsende, die vor dem Kontaktverbot „Party machten“, sich in Cafés trafen und  feierten  und trotz der Gefahr in Rudeln unterwegs waren und damit andere gefährdeten. Was um Gottes willen, frage ich einmal die jetzt 35- 50-jährigen, habt Ihr denn Euren Kindern, die so etwas veranstalten,  mitgegeben?? Ist es nicht mehr cool, einfach `mal die „Schnauze“ zu halten, rücksichtsvoll zu sein und das zu tun, was andere für richtig halten, ganz einfach Vorschriften und Empfehlungen zu beachten?? Passt das nicht in Eure Spaßgesellschaft? Wenn ich dann noch lese, dass die Polizei bei der Auflösung solcher „Partys“ massiv bedroht und beleidigt wird, wenn Toilettenpapier bei Ebay Kleinanzeigen für 50,00 € ohne Versand (16 Rollen) angeboten wird, Kämpfe und verbale Auseinandersetzungen bei „Hamsterkäufen“ entstehen, dann frage ich mich ernsthaft: was ist aus diesem Land geworden??? Bei solchem, nicht nur für mich völlig unbegreiflichen Verhalten habe ich das Bedürfnis zu sagen: schickt mir einmal für einen halben Tag eine solche Person, getrennt von der Gruppe…., aber andererseits: warum sollte ich mir Arbeit machen, wenn Eltern gänzlich versagt haben?

 

Man sagt ja, der Zustand einer Gesellschaft zeige sich in der Krise: noch steht die Waage in Richtung „sehr gut“, wenn aber die Idioten sich verstärkt in die andere Schale setzen, sehe ich schwarz.

 

Ich wünsche Euch allen: bleibt gesund, helft Euren Mitmenschen, besonders den Älteren!

 

Bernd

...Das ist der letzte Film, wieder einmal……

 

Samstag, 25.Januar 2020


So, hier ist er: der Start des Filmtagebuchs (heute „Blog“) zu „Totenmaar“, dem 10. Koblenz-Benefiz-Krimi.


Es soll Euch tiefere Einblicke in die Produktion unserer Amateurkrimis geben, denn die Herstellung eines Films ist sehr komplex und umfangreich. Klar, die Dreharbeiten machen Spaß, wir haben eine tolle Crew, die an jedem Drehtag wiederzusehen, Freude bringt. Es ist faszinierend, wie aus einem leeren Blatt Papier ein 2 -stündiger Film wird, der Zuschauer anzieht, aber die zum geflügelten Wort gewordene Überlegung nach jedem unserer Filme „…das ist nun wirklich der letzte Film…“ hat auch einen seriösen, ernsten Hintergrund:

 

jeder Film ist kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit:  die Vorplanung, die 40 Drehtage an Wochenenden, die Suche nach Drehorten und Sponsoren, die Planung jedes einzelnen Drehtags, die Postproduktion, die sich über fast ein Jahr hinzieht, der Kontakt zu allen Medien, die Bestückung der Homepage und der Facebookseiten, die Produktion der Making of`s, der outtakes, die Frage der Finanzierung, die Planung der Premiere, die Herstellung der Plakate und des Programmhefts, die Produktion der DVD`s, das Layout der Hüllen usw usf...


Klar, das alles macht Spaß, doch bei jedem Film geht man oft über die Grenzen des zeitlich und psychisch Machbaren…da ist die Frage, ob es noch einen weiteren Film geben soll, legitim…


Ok, wir starten den 10.Film und letztendlich bin ich Manfred Gniffke dankbar, mit dem ich gerade über diese Frage gesprochen habe. Er sagte sinngemäß, so lange Sie noch Leute um sich scharen, die diesen Traum mit Ihnen leben und so lange noch Zuschauer die Filme sehen wollen, sollten Sie weitermachen, eben auch, weil die Einnahmen einem guten Zweck zugutekommen. Außerdem: Sie haben gerade den Preis "Heimatheld 2019" gewonnen...

 

Genau das hat mir Hannelore Elsner anlässlich der Dreharbeiten zu „Der Pralinenmörder“ im November 2003 gesagt „Hören Sie nie auf, diese Benefiz-Filme zu drehen“. Ich werde mich weiter bemühen.

 

Bis zum nächsten Mal,
B
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© Bernd Schneider